McDonald's-Zulieferer Warnstreik bei OSI in Duisburg

24. Juni 2021

Die Gewerkschaft NGG hatte zu den Arbeitskämpfen aufgerufen, weil das Unternehmen fast alle Tarifverträge gekündigt hat. Laut eigener Aussage sollen die Tarifverträge „modern und wettbewerbsfähig“ gestaltet werden. Tatsächlich fordert OSI maximale Flexibilität und massive Verschlechterungen für die knapp 200 Beschäftigten in Günzburg und 250 Beschäftigten in Duisburg. Der Zuschlag von derzeit 50 Prozent für anstrengende Arbeit in der Nacht, soll zukünftig nur noch 30 Prozent betragen. Mehrarbeitszuschläge soll es erst ab der 45. Wochenstunde geben. Der Zuschlag für die Arbeit am Feiertag soll von 175 auf 125 Prozent reduziert werden. Im Gegenzug bietet OSI 50 Euro mehr Urlaubsgeld im Jahr, 10 Prozent mehr Sonntagszuschlag und eine minimale Erhöhung des Weihnachtsgeldes. „Die Forderungen von OSI sind nicht modern, sondern eine Zumutung. Sie würden jeden Beschäftigten im Jahr mehrere Hundert Euro kosten,“ sagte NGG-Verhandlungsführer Tim Lubecki.

Die OSI Food Solutions Germany GmbH ist ein fleischverarbeitendes Unternehmen im Besitz der OSI Gruppe und beliefert mit Betrieben in Günzburg und Duisburg exklusiv McDonald´s. Wegen der Schließung der McDonald´s Restaurants im Frühjahr 2020 ging die Nachfrage zurück. Ab Mitte 2020 wurde die Produktion gedrosselt. In beiden Betrieben gab es Kurzarbeit und staatliche Hilfen über Kurzarbeitergeld. Im Sommer 2020 kündigte OSI die meisten Tarifverträge. Seitdem wird verhandelt, wie es mit Zuschlägen, Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld weitergeht.