Ein langes gewerkschaftliches Leben

Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund geht in Ruhestand

Seit den 70er Jahren ist er Gewerkschaftsmitglied und politisch aktiv. Allein in der NGG ist er seit 40 Jahren hauptamtlich tätig. Manfred Sträter, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund, geht zum 1. April in den Ruhestand.

Die für den 28. März geplante Verabschiedung im Rahmen der Mitgliederversammlung der Region Dortmund musste infolge der Corona-Pandemie abgesagt werden. Deshalb sagen wir Manfred auf diesem Weg von Herzen „Danke“ für den jahrzehntelangen, unermüdlichen Einsatz im Kampf um Solidarität und für seine Streitlust um der guten Sache willen!

Manfred ist ein Kind des Ruhrgebiets, Sohn eines Bergmanns, in Recklinghausen geboren, Schalke-Fan. Mit seiner Ausbildung trat er in die IG Chemie-Papier-Keramik ein, mischte natürlich auch im Betrieb als Gesamtjugendvertreter und Vertrauensmann kräftig mit. Es folgte der Wechsel in die Bildungsarbeit und damit zur ÖTV.

Ein Linker im besten Wortsinn

Ohne Mampf kein Kampf: Manfred Sträter

Am 1. März 1980 wechselte Manfred als Nachwuchssekretär zur NGG in Hagen. Für mehr als 10 Jahre betreute er im „Tor zum Sauerland“ Mitglieder und Betriebsräte zusammen mit dem damaligen Geschäftsführer Franz-Josef Möllenberg. Hier begann Manfred mit dem nicht endenden Kampf gegen die Missstände in der noch jungen, aber schnell wachsenden Systemgastronomie ein Kampf, den er ab 1991 in der NGG-Region Dortmund als Gewerkschaftssekretär fortführte. Die mit ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen erstellte Zeitung „McPress“ oder Aktionsformen wie „die NGG-Wochen bei McDonald’s“ haben nicht nur für Aufruhr beim größten Bulettenbrater der Welt gesorgt, sie sind bis heute beispielhaft für eine beteiligungsorientierte gewerkschaftliche Arbeit.

Im Juli 1998 übernahm Manfred die Geschäftsführung in der damaligen NGG-Verwaltungsstelle Dortmund. Die Liste der Betriebe, die er betreute, die Zahl der Arbeitskämpfe, die er lautstark führte, die Namen der Menschen, mit denen er zusammen für Würde und Anstand eintrat, ist lang.

Bekannt wie ein bunter Hund
Auf lokaler Ebene bekannt wie ein bunter Hund, war Manfred über 20 Jahre Gesicht und Stimme der NGG in Dortmund. Viele Gremien, viele „Schwache“ haben von seinem unermüdlichen Einsatz, seinem Wissen, seinem wahrnehmbaren Auftreten profitiert. DGB, Friedensbewegung, Arbeitsloseninitiative, Pressevertreter – sie alle kennen und schätzen Manfred.

Als Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der NGG hat sich Manfred in den 90er Jahren auch innerhalb der NGG mit Leidenschaft und Streitlust eingebracht. Die hauptamtlichen Beschäftigten der NGG haben ihn als engagierten Vertreter ihrer Interessen in guter Erinnerung. Dabei hat er in schwierigen Zeiten auch Verantwortung übernommen und mit dem GHV Lösungen und Kompromisse gefunden, die die Eigenständigkeit unserer NGG maßgeblich gesichert haben.

Manfred blickt auf ein langes gewerkschaftliches Leben zurück. Seine Überzeugungen waren stets klar, sie haben ihm und seinen Mitstreitern Orientierung geben. Er ist ein Linker im besten Wortsinn: Das Kapital kennt keine Grenzen, Solidarität aber ebenso wenig. Manfred hat daher immer wieder den Kontakt zu Gewerkschaftern in anderen Ländern gesucht, sich unter Inkaufnahme von Gefahren vor Ort für unterdrückte Menschen eingesetzt. 

Lieber Manfred, wir wünschen Dir alles Gute, natürlich vor allem Gesundheit und frei nach Hildegard Knef: Für Dich möge es rote Mai-Nelken regnen, Für Dich soll ein Wunder geschehen… Aber im Grunde ist das Wunder bereits geschehen: Das Überleben eines blau-weißen Schalkers in einer schwarz-gelben Stadt.

Glück auf!

Mehr Infos über Manfred findest Du in diesem lesenswerten Artikel