Düsseldorf, den 01.04.2019

Nach einer Serie von Warnstreiks im Rheinland und in Westfalen haben sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Brauereiverband NRW in der dritten Verhandlung auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Danach bekommen die Beschäftigten rückwirkend zum 1. Januar drei Prozent mehr Lohn. Im nächsten Jahr gibt es nochmal 2,3 Prozent drauf. Außerdem wird die Altersvorsorge um jährlich 50 Euro angehoben. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten und ist zum 31.12.2020 kündbar. 

„Mit dem Ergebnis erhalten die Beschäftigten eine spürbare Erhöhung ihrer Löhne und eine angemessene Beteiligung an der guten wirtschaftlichen Entwicklung in der Branche. Denn die guten Umsätze, die die Brauereien in fast allen Geschäftsfeldern – sei es mit alkoholfreien Sorten oder mit Pils und Biermischgetränken – erwirtschaftet haben, konnten nur durch die hohe Einsatzbereitschaft und Innovationsfähigkeit unserer Kolleginnen und Kollegen erzielt werden. Die Beschäftigten haben ganze drei Monate auf dieses Ergebnis gewartet und zuletzt streiken müssen. Aber das Tarifpaket kann sich lassen.“

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in 2018 in NRW 22,2 Millionen hl gebraut. Der steuerpflichtige Bierabsatz (die Gesamtmenge alkoholischen Bieres, welches für den deutschen Markt hergestellt wird) konnte dabei um 0,8 Prozent gesteigert werden. Zudem sorgte die Karnevalsaison Anfang 2019 für eine Fortsetzung dieses positiven Trends. So ist der steuerpflichtige Bierabsatz beispielsweise in den ersten beiden Monaten um 4,1Prozent und der Gesamtbierabsatz sogar um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Auch der Markt für alkoholfreies Bier bricht jedes Jahr einen Rekord nach dem anderen. Nach Angaben des Deutschen Brauerbundes hat sich der Absatz alkoholfreier Biere zwischen 2007 und 2017 fast verdreifacht.

Der neue Tarifvertrag gilt für die rheinisch-westfälischen Brauereien, zu denen z. B. die Brauereien Diebels, König, DAB, Herforder, Stauder, Erzquell und das Haus Kölscher Brautradition gehören. Für die sauer-siegerländer Brauereien (Krombacher, Warsteiner, Veltins) führt die NGG gesonderte Verhandlungen, die am 8. April fortgesetzt werden.