NGG kritisiert hausgemachte Probleme und fordert Sicherheit für rund 1.000 Beschäftigte

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Die Nachricht hat die Belegschaften hart getroffen. Zum zweiten Mal nach 2016 hat Kronenbrot Insolvenz angemeldet. Das teilte die Unternehmensgruppe gestern mit. Kronenbrot beschäftigt 980 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in drei Produktionsstätten in Nordrhein-Westfalen: Würselen bei Aachen, Köln und Witten. Im Jahr 2016 hatten Finanzinvestoren Kronenbrot aus der Insolvenz aufgekauft. Durch Sanierungstarifverträge hatten die Beschäftigten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Firma beigetragen.
Dazu erklärt Mohamed Boudih, Landesbezirksvorsitzender der NGG NRW:

„Vor drei Jahren haben die Beschäftigten, die Betriebsräte und die Gewerkschaft NGG in einer gemeinsamen Kraftanstrengung maßgeblich zur Fortführung des Unternehmens und zur Sicherung der Arbeitsplätze beigetragen. Dies war mit schmerzhaften Zugeständnissen der Arbeitnehmerseite verbunden. Das Entsetzen unter den fast 1.000 Beschäftigten und ihren Familien ist jetzt umso größer, weil das Management offenbar nicht in der Lage war, das Unternehmen zu stabilisieren und fit für die Zukunft zu machen. Wenn Kronenbrot behauptet, die Insolvenz sei Folge des schwierigen Marktumfelds, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Leider sind viele Probleme bei Kronenbrot hausgemacht. Darauf weisen Betriebsräte und NGG seit Jahren hin.

Deshalb gilt jetzt: Die Belegschaften dürfen nicht die Leidtragenden der Versäumnisse der Eigentümer und der Geschäftsführung sein. Die Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben. Alle Bemühungen des Insolvenzverwalters, den Betrieb fortzuführen und Investoren zu finden, werden von der Arbeitnehmervertretung unterstützt. Das Unternehmen kann eine Zukunft haben, wenn endlich die richtigen Entscheidungen getroffen werden.“