Gewerkschaft NGG kritisiert Oebel-Eigentümer: „Herr Mainz muss jetzt Verantwortung übernehmen“

Foto: Mohamed Boudih

Nach der Insolvenz des Brot- und Backwarenherstellers Kronenbrot ist nun auch der Bäckereifilialist Oebel in Schwierigkeiten. Oebel hat Insolvenz angemeldet, weil Kronenbrot die Lieferverträge gekündigt hat. Aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) trägt dafür die Oebel-Geschäftsführung die Verantwortung. Presseberichten zufolge hat Oebel Rechnungen nicht gezahlt, so dass erhebliche Außenstände entstanden seien. Kronenbrot habe deshalb die Belieferung mit Brot- und Backwaren eingestellt.

Dazu erklärt Mohamed Boudih, Landesbezirksvorsitzender der NGG Nordrhein-Westfalen: „Wenn es zutrifft, was in der Presse zu lesen ist, dann kam Kronenbrot angesichts offener Rechnungen nicht umhin, die Belieferung von Oebel zu stoppen. Wenn die Berichte stimmen, dann spielt die Firmenleitung um Wolfgang Mainz einmal mehr eine unrühmliche Rolle in einem Insolvenzdrama und ist mitverantwortlich, wenn jetzt auch bei Oebel Arbeitsplätze in Gefahr sind. Wir fordern Herrn Mainz auf, sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen und alles zu tun, um den Beschäftigten, die um ihre Existenz bangen, in dieser Situation zu helfen. Das schließt selbstverständlich auch ein, dass Herr Mainz die zur Sanierung notwendigen Mittel aus privater Tasche zur Verfügung stellt. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen nicht die Leidtragenden der Fehler und Versäumnisse ihrer Chefs sein. Das gilt für Oebel und für Kronenbrot gleichermaßen.“

Unter der Verantwortung der damaligen Eigentümerfamilie Mainz musste Kronenbrot bereits 2016 in die Insolvenz gehen. Oebel wurde im Zuge der ersten Insolvenz von Kronenbrot abgespalten. Oebel betreibt mehr als 150 Filialen und beschäftigt etwa 1.000 Mitarbeiter.