NGG will Haustrunk für Brauerei-Beschäftige in NRW erhalten

NGG gegen Abschaffung von Mitarbeiter-Freigetränken in den nordrhein-westfälischen Brauereien – Beschäftigte sollen auch weiterhin ein regelmäßiges Gratis-Getränkekontingent ihres Betriebes bekommen: Mit massiver Kritik hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf Pläne zur möglichen Abschaffung der steuerlichen Vergünstigungen für den sogenannten Haustrunk von Brauereibeschäftigten reagiert. Entsprechende Überlegungen zur Abschaffung der Biersteuerbefreiung für den Haustrunk gibt es im Berliner Bundesfinanzministerium.

„Das Gratis-Getränkeangebot für die Beschäftigten der 155 Brauereien in Nordrhein-Westfalen ist viel mehr als nur Tradition und ein Stück Branchenkultur. Das Deputat ist in NRW tarifvertraglich vereinbart. Es ist Teil der betrieblichen Leistungen der Arbeitgeber“, sagt Mohamed Boudih, Landesbezirksvorsitzender der NGG. Hier würden jahrzehntelange soziale Errungenschaften und eine bewährte tarifliche Sozialleistung leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

In einem Schreiben hat der nordrhein-westfälische NGG-Chef in dieser Woche an NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper appelliert, sich gegen eine mögliche Abschaffung der Steuerbefreiung für Haustrunk-Deputate auszusprechen. Das Bundesfinanzministerium hatte die Länderfinanzminister um eine entsprechende Stellungnahme gebeten.

In seinem Schreiben verweist Boudih darauf, dass Leidtragende einer Abschaffung der Biersteuerbefreiung für Deputate Tausende von Beschäftigten in der nordrhein-westfälischen Brauereiwirtschaft seien.
Für den Chef der NGG NRW steht fest: „Hier soll politisch eine ‚neue Sau durchs Dorf getrieben werden‘. Dafür haben die Beschäftigen keinerlei Verständnis. Die Abschaffung des Gratis-Kontingents und damit der Eingriff in Sozialleistungen ist mit nichts zu rechtfertigen.“

Die NGG verweist darauf, dass die Beschäftigten das Freibier als Sachbezug erhalten und darauf bereits Lohnsteuern entrichten. „Wenn jetzt auch noch die Biersteuer draufkommt, dann kassiert der Staat doppelt ab. Das ist unanständig und deshalb müssen die Finanzminister die Finger vom Haustrunk lassen“, so Boudih.