Zehnstündiger Warnstreik

20.11.2020. Der Tarifkonflikt beim Mönchengladbacher Fruchtverarbeiter Mühlhäuser geht in die nächste Runde. Mit einem zehnstündigen Warnstreik hat die NGG.NRW heute den Druck auf den Arbeitgeber erhöht. Der Firmenparkplatz blieb leer, der Betrieb stand, lediglich in zwei Büros brannte Licht.

Zum zweiten Mal hat die NGG.NRW in der laufenden Entgelttarifrunde zum Arbeitskampf aufgerufen. Diesmal dauert der Ausstand zehn Stunden. Etwa 65 der 70 anwesenden Beschäftigten beteiligten sich. Der Warnstreik setzt ein deutliches Zeichen: Das Angebot der Arbeitgeberseite wird von den Beschäftigten wird scharf zurückgewiesen.

Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir diesmal bewusst auf eine Streikversammlung vor dem Werkstor verzichtet. Stattdessen trugen sich die Teilnehmenden in die Streiklisten ein und fuhren anschließend nach Hause.

Bereits im Oktober hatten gut 50 Kolleginnen und Kollegen gestreikt. Die Beteiligung beim zweiten Streik ist also deutlich gestiegen. In der vierten Verhandlung hatte die Mühlhäuser erstmalig eine Entgelterhöhung angeboten. Diese ist aufgrund der Höhe und aufgrund der Spaltung der Belegschaft in zwei Teile aber in keiner Weise als verhandlungsfähig und zielführend zu bewerten. Auch eine Motivation der Belegschaft oder Anerkennung der Leistungen sehen anders aus. Das Angebot lautete: EG 1-5: + 41 € monatlich ab 01.01.2021 und in EG 6-13: + 0,00 € monatlich, bei einer Laufzeit von 21 Monaten. Die NGG-Tarifkommission hat das Angebot einstimmig abgelehnt!

Die Mühlhäuser GmbH ist ein Hersteller von u.a. Fruchtaufstrichen und Konfitüren. Neben dem Standort Mönchengladbach produziert die Firma auch in Thüringen. In Mönchengladbach arbeiten derzeit rund 100 Beschäftigte.